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Zuversicht braucht Stabilität

In unserem Umfeld nehmen Unsicherheiten zu, in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Seit vielen Jahren werden einzelne Industriebereiche offen oder verdeckt subventioniert. Als Gegenmaßnahme werden zunehmend Strafzölle erhoben, mit denen aber auch Firmen aus nicht geförderten Wirtschaftsbereichen getroffen werden. Versäumnisse aus den letzten Jahren lösen nun Ak­tionismus aus, der an vielen Stellen auf eine ganz­heitliche Bewertung verzichtet. Bei der in­tensiven Förderung der E-Mobilität erscheint die zentrale Frage nach dem Gesamtverbrauch von nicht erneuerbarer Primärenergie und nicht nachwachsenden Rohstoffen sowie sämtlichen Emissionen über den Produktlebenszyklus nicht be­antwortet. Die E-Mobilität als Brückentechnologie erfordert eine aufwändige Infrastruktur, die vielleicht nach wenigen Jahren wieder zurückgebaut wird. 

Ein Eindruck von Zerrissenheit, Persönlichkeitsspaltung wird deutlich, beispielsweise: für Umweltschutz demonstrieren oder „Grün“ wählen, aber einen Kurzurlaub mit dem Flugzeug oder eine Kreuzfahrt unternehmen; über zunehmenden Verkehr und seine Emissionen klagen, aber einen SUV oder PS-starken Wagen fahren; sterbende Stadtzentren bemängeln, aber immer mehr online bestellen. 

Ausufernde Vorschriften, beispielsweise im Produktsicherheitsgesetz, erschweren weiterhin das Tagesgeschäft. Sie gehen von einem rundum „schutzbedürftigen“ Bürger aus, anstatt von einem „mündigen“. Dem Kunden sind danach Produktinformationen auszuhändigen, die er nur selten lesen wird. Derartige Erfordernisse sind kaum zu erfüllen, von größeren Handelsunternehmen noch (eher) als von kleineren. Trotz allem dürften die positive Konsumstimmung, gestützt durch die immer noch robuste Lage am Arbeitsmarkt, sowie die hohe Nachfrage am Bau weiterhin die gesamtwirtschaftliche Entwicklung stützen. 

Für uns Händler steigt die Komplexität unseres Umfeldes, in dem wir bestehen müssen. Neben den bekannten Wettbewerbern - Online-Händlern, Direktvertrieb - gewinnen Marktplätze, Bestellplattformen und Online-Shops der Hersteller an Bedeutung. Auch gliedern Kunden ihr Beschaffungswesen an Dienstleister aus, in der Regel zu Lasten des Händlers. Um auf Marktplätzen und Bestellplattformen vertreten zu sein, sind qualitativ hochwertige Artikeldaten erforderlich. Die Erfordernisse sind vom mittelständischen Händler individuell schwerlich zu erfüllen. Erfahrungsaustausch unter uns Händlern sowie Zusammenarbeit und Partnerschaft mit den Herstellern werden immer essentieller. 

Der 5. PVH-Kongress im März 2019 in Köln hat wichtige Zukunftsfragen für den Fachhandel kompetent behandelt. Die Zahl der teilnehmenden Fachhändler an dieser wichtigen verbandsübergreifenden Branchenveranstaltung dürfte aber noch sehr steigerungsfähig (!) sein.

Die Entwicklung bei den ZHH-Tochtergesellschaften verlief erfreulich stabil. Zahlreiche Teilnehmer verschiedener Lehrgänge des ZHH Bildungswerkes wurden erneut von der E/D/E Stiftung mit Stipendien unterstützt. Einen herzlichen Dank hierfür.

Ich bedanke mich bei meinen Kolleginnen und Kollegen in den Verbandsgremien für unzählige Stunden ehrenamtlicher Arbeit. Ohne diesen Einsatz ist Verbandsarbeit nicht zu leisten. Das ZHH-Team stand uns Unternehmern das ganze Jahr über zur Seite. Es beantwortete uns vielerlei Fragen und half bei Problemlösungen. Herzlichen Dank auch dafür.

Ihnen allen, Ihren Familien sowie Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, wünsche ich frohe und gesegnete Weihnachten, die Zeit und die Ruhe, um Kräfte zu sammeln für die Herausforderungen des kommenden Jahres 2020. Möge dieses Jahr uns allen mehr Stabilität bringen und jedem Einzelnen Gesundheit und Zufriedenheit.

Ihr

 

Dr. Paul Kellerwessel

ZHH-Präsident

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