Insolvenz kann jeden treffen

 

Die Zahl der Insolvenzen in Deutschland ist in den vergangenen Jahren erfreulicherweise weiter gesunken. Auch in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres verringerte sich die Zahl der Unternehmensinsolvenzen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,8 Prozent auf 10.750. Zurückzuführen ist das unter anderem auf die anhaltend gute Wirtschaftslage und extrem günstige Finanzierungsmöglichkeiten. 

Aber nicht immer sind Unternehmer vor einer drohenden Insolvenz gefeit. Saisonale Entwicklungen, die Insolvenz oder der Absprung eines großen Kunden, das Quasi-Stilllegen des Betriebs durch lang anhaltende Baustellen, ein Verfall der Metallpreise beim Stahlhandel, ein Haftungsfall oder Naturkatastrophen, die nicht versichert sind – es gibt viele Gründe, warum auch bisher gesunde Betriebe in bedrohliche Schieflagen geraten können.

Zwar muss es nicht immer gleich zum „Super-Gau“ kommen, aber wir als Unternehmer müssen frühzeitige Warnsignale wahrnehmen und dann angemessen und auch zeitnah reagieren. Dabei sollten wir unsere Mitarbeiter, Lieferanten und Gläubiger und deren Situation gleichermaßen im Blick haben, wie auch unsere persönlichen Haftungsrisiken. Als Unternehmer führt man oftmals über Jahre seine Firma mit Herzblut und viel persönlichem Einsatz und macht sich kaum Gedanken darüber, was es auch für die Familie bedeutet, wenn das Unternehmen in Schwierigkeiten gerät. Oft ist dann die gesamte Altervorsorge und der als Sicherheit gegebene Privatbesitz weg. Hiergegen müssen schon weit im Vorfeld Sicherungen eingebaut werden.

Sollte aber dennoch der Fall der Fälle, nämlich eine Unternehmensinsolvenz, eintreten, muss einer erfolgreichen Sanierung und Weiterführung des Unternehmens trotz allem nichts im Wege stehen. Dank des neuen Insolvenzrechts (ESUG) ist in Deutschland vieles möglich und mit kompetenter Hilfe gibt es immer eine Chance zur Rettung. Man muss nur rechtzeitig und besonnen reagieren.

 

Siegfried Rossmann

ZHH-Vizepräsident