"Smart Home" - Traum oder Albtraum?

Auf den ersten Blick sieht es entspannt und problemlos aus:  Beim vernetzten Haus muss man sich um viele Dinge nicht mehr kümmern – eine Berührung auf das Smartphone – ob vom Sofa oder aus dem Büro – genügt und die Waschmaschine läuft, die Heizung fährt hoch. Immer mehr Unternehmen unserer Branche setzen sich mit dieser Technologie auseinander, die ein großes Umsatzpotential für die kommenden Jahre verspricht. Das hat die IFA 2015 und auch die Elektronikmesse CES im vergangenen Monat in Las Vegas gezeigt. Marktexperten rechnen damit, dass bis zum Jahr 2020 rund 15 Prozent aller Haushalte weltweit mit Smart-Home-Technologien ausgestattet sein werden.

Dennoch: Trotz allem versprochenen Komfort, den Energieeinsparungen und der propagierten Einbruchsicherheit gibt es in der Praxis weiterhin  einige Hürden. An einheitlichen Standards wird zwar gearbeitet und sie gibt es vereinzelt auch schon, aber in vielen Fällen muss sich der Nutzer zur kompletten Haussteuerung aus der Ferne immer noch mehrere Apps aufs das Smartphone spielen. Produktsicherheit wird zwar angepriesen, lässt sich aber – wie wir alle wissen – im Internet-Zeitalter in keinster Weise garantieren. Und da ist es einerlei, mit wie vielen TÜV-Siegel und guten Testergebnissen in Sachen Sicherheit die Hersteller werben. Schwachstellen im System – die Erfahrung hat jeder von uns schon gemacht – sind schwer auszumerzen und deshalb müssen auch die Kritiker von der Industrie sehr ernstgenommen werden.   

Dem Fachhandel fällt nun die schwierige Aufgabe zu, eine kompetente Beratung in Sachen „Smart Home“ zu liefern, die die Hausvernetzung nicht verteufelt und natürlich die immensen Möglichkeiten aufzeigt, aber andererseits auch auf die Risiken aufmerksam macht und die Überlegung mit einbezieht, wie viel „vernetztes Haus“ individuell eigentlich nötig ist. Ein nicht zu unterschätzender Spagat … 

 

Hans Hermann Hagelmann--
ZHH-Präsidiumsmitglied