Neuer Trend: „Sharing Economy“

 

So ganz neu ist das Verleihen beziehungsweise Ausleihen von Gebrauchsgütern in unserer Gesellschaft ja nicht. Büchereien haben eine lange Tradition, für den Wintersport mietet oder leiht man sich die Skiausrüstung und Fahr- und Wohngemeinschaften gibt es auch schon länger als den Begriff „Sharing Economy“.

Aber aufgrund der digitalen Technologien bieten sich in diesem Bereich nun ganz andere, neue Möglichkeiten. Mit Hilfe der sozialen Netzwerke und durch die Smartphone-Nutzung mit vielfältigen Apps kann man sich sehr schnell im immer größer werdenden „Tausch- und Leih-Geschäft“ orientieren und daran partizipieren. Vor allem bei der jungen Generation der unter 30-Jährigen haben laut einer PwC-Studie 82 Prozent schon einmal ein Angebot des Teilens genutzt – im Gegensatz zur Generation 60 Plus. Hier waren es bislang nur rund ein Viertel.

Aus dem Tauschen und Teilen haben sich mittlerweile viele Geschäftsideen entwickelt, wie etwa Handwerker oder Reinigungskräfte finden, ein Taxi bestellen oder ein Abendkleid leihen, die den traditionellen Unternehmen zunehmend Konkurrenz machen. „Sharing Economy“ scheint zwar noch in den Kinderschuhen zu stecken, ist aber längst mehr als nur eine Modeerscheinung. Leihen statt Kaufen ist vor allem dann ein Argument, wenn es um teure Güter geht, die nur selten im Haushalt genutzt werden.

Doch inwieweit – und ob – diese Entwicklungen das Kaufverhalten der Konsumenten nachhaltig verändern werden, bleibt abzuwarten. Noch leiht der Endverbraucher nämlich lieber aus, als Produkte zum Verleih zur Verfügung zu stellen, so die Studie. Als stationäre Händler müssen wir uns aber auch mit diesen Tendenzen und Entwicklungen auseinandersetzen und die damit möglicherweise verbundenen gesellschaftlichen Veränderungen im Auge haben. Denn nur so können wir gegebenenfalls unternehmerisch darauf reagieren.

 

Norbert Caesar
ZHH-Präsidiumsmitglied