Es sollte nicht immer prozessiert werden!

Jeder von uns kennt die Situation: eine Rechnung wird nicht bezahlt, Ware zu Unrecht reklamiert, Mitarbeiter, Kunden oder Lieferanten fühlen sich ungerecht behandelt, Mieter oder Vermieter halten sich nicht an Vereinbarungen,.... kurz gesagt - (Geschäfts-)Beziehungen laufen nicht immer reibungslos. In solchen Fällen neigen viele dazu, direkt vor GerES sollte nichr immer prozessiert werdenicht zu ziehen und einen Prozess anzustrengen, um ihr - vermeintliches - Recht durchzusetzen. Solche Prozesse sind oft langwierig, häufig teuer und vergiften in der Regel die Beziehung. Da man sich im Leben meistens zweimal trifft, sollten solche Situationen vermieden werden, um eine mögliche zukünftige Zusammenarbeit auf gesunder Basis nicht zu gefährden.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Konflikte zu lösen, ohne dass eine der Parteien ihr Gesicht verliert. Schlichtungs- und Schiedsstellen, Ombudsmänner oder Mediatoren sind dazu befähigt, rechtsverbindliche Entscheidungen zu verkünden. Solche Verfahren haben mehrere Vorteile: Es wird nach einer für beide Seiten tragfähigen Lösung gesucht, es entsteht eine Win-Win-Situation, die Verfahren sind oft schneller, unbürokratischer und auch kostengünstiger als ein Gerichtsprozess.
Gerade in Konfliktsituationen ist es wichtig, dass der Kommunikationsfaden nicht durchtrennt wird. Außergerichtliche Verfahren legen Wert auf die Be­rücksichtigung der wesentlichen Interessen beider Seiten, denn nicht immer reicht eine juristische Betrachtung aus, um allen gerecht zu werden. Streitigkeiten, die nicht vor Gericht ausgetragen werden, können konstruktiv für beide Seiten sein und sogar zu einer besseren künftigen Zusammenarbeit führen, da auch tieferliegende Unstimmigkeiten aufgearbeitet werden.

Martin Meesenburg
ZHH-Präsidiumsmitglied