World Wide Web und Regionalität


Durch das Internet ist die "ganze Welt" in jedes noch so kleine Dorf gekommen. Alles ist überall - sofern die Netzabdeckung vorhanden ist. Dies bedeutet für uns - ursprünglich - stationäre Händler, dass wir uns mit einer deutlich größeren Mitbewerberschar als noch vor wenigen Jahren auseinandersetzen müssen.
Aber sind wir dazu auch in der Lage? Es ist nicht damit getan, eine kostenfreie Internetseite zu erstellen oder ein wenig auf Facebook zu posten. Eine Internetpräsenz, so wie Kunden sie erwarten, muss aktuell sein, intuitiv erfassbar, alle für Kunden wichtigen Informationen enthalten und ggf. auch einen Shop. Die Internetaktivitäten müssen an den Wünschen und Bedürfnissen der Kunden ausgerichtet werden. Dies erfordert Know-how, kostet Zeit und Geld. Drei Dinge, die in kleineren - vor allem schon etablierten - Unternehmen oft nicht in ausreichendem Maße vorhanden sind. Neu gegründete Unternehmen beziehen das Internet direkt in ihre Planungen mit ein.
Umfragen in meiner Heimatstadt Bremen haben u. a. gezeigt, dass von vielen Händlern ein gemeinschaftlicher Internetauftritt gewünscht wird, der einzelne nicht überfordert, der Kunden die gewünschten Informationen bietet und der Kunden auf die Geschäfte in der Stadt aufmerksam macht. Um den Erfolg des stationären Handels zu sichern und unsere Städte lebenswert zu erhalten, sind solche Projekte  ein sehr guter Weg.
Es existieren Initiativen, die das "Beste aus beiden Welten" verbinden. Eine der bekanntesten dürfte Buy local sein, in Wuppertal gibt es die Online City Wuppertal und auch in anderen Städten ist einiges in Bewegung. Auch die Bremer Interessengemeinschaften sind aktiv, in Mönchengladbach startet eine Initiative zusammen mit eBay - nur einige Beispiele von vielen.
Gemeinsames Ziel all dieser Aktivitäten muss es sein, den googlenden Kunden die Vielfalt des stationären Handels im Netz verfügbar zu machen, nicht aber verstärkt stationäre Umsätze ins Internet zu verlagern. Wir müssen gemeinsam mit Kollegenbetrieben aller Branchen sowie den Städten und Gemeinden unsere Innenstädte attraktiv erhalten, damit das Leben in diesen lebenswert bleibt.

 

 Norbert Caesar
 ZHH Präsidiumsmitglied