Mit den Augen der Kunden 

Haben Sie sich schon einmal Ihr Geschäft mit den Augen eines Kunden angesehen? Die Frage klingt banal, aber die Antwort kann sehr aufschlussreich sein. Was sieht ein Kunde, wenn er ins Schaufenster blickt - sieht er überhaupt ein Schaufenster? Was sieht er, wenn er das Geschäft betreten hat?

Wir Händler müssen unsere Kunden dazu bewegen, sich unsere Geschäfte anzusehen, sie zu betreten. Dies gilt sowohl in der realen als auch in der virtuellen Welt. Online-Shops bzw. Internetauftritte sind meist neuer als reale Geschäfte und haben in der Regel eine Optik, die den Sehgewohnheiten des 21. Jahrhunderts entspricht.

Klare Strukturen, interessante Produkte und umfassende Serviceleistungen - dies sind Grundpfeiler, die jedes Unternehmen stützen: Diejenigen, die notwendigen Bedarf decken, und diejenigen, die Bedarf wecken wollen, abgesehen davon, dass beide Aspekte häufig vereint sind. Die schönsten Produkte und das beste KnowHow nützen nichts, wenn dies von unseren Kunden nicht erkannt wird. Allein von Stammkunden, die sowieso kaufen, kann keiner mehr leben. Wir müssen auch durch unsere Ladengestaltung Aufmerksamkeit erregen und zu einem (spontanen) Besuch einladen. Inzwischen ist eine Generation herangewachsen, für die Einkaufen nicht mehr bedeutet "in die Stadt gehen", sondern diese "digital natives" shoppen online. Sie müssen teilweise erst wieder lernen, dass man auch in der realen Welt einkaufen kann.

Eine komplette Umgestaltung ist teuer und sicherlich nicht immer möglich, aber oft kann durch kleinere Veränderungen schon viel bewirkt werden. Wir sollten uns die Zeit und Muße nehmen, unsere Geschäfte einmal mit den Augen unserer Kunden zu betrachten - es lohnt sich.

 

Manfred Stuwe

ZHH-Präsidiumsmitglied