Kreditversicherung - nur ein weiterer Kostenfaktor?

Als Unternehmer müssen wir uns gegen vielfältige Risiken absichern. Dies geschieht in der Regel durch Versicherungen, die jedoch viel Geld kosten. Haftpflichtversicherung, Autoversicherung, .... und dann auch noch eine Kreditversicherung?
Möglicherweise denken Sie nun - „ich gebe keinen Kredit, deshalb brauche ich diese Versicherung nicht". Aber jeder Kauf eines Kunden auf Rechnung ist ein Kredit, den wir als Unternehmer geben! Immer verbunden mit dem Risiko, dass die Rechnung nicht oder nicht rechtzeitig beglichen wird. Somit benötigen wir, besonders wenn wir überwiegend Großkunden haben, die Sicherheit, dass diese Rechnungen bezahlt werden. Auch dürfen wir nicht vergessen, dass die Mehrheit unserer Lieferanten uns mit jeder Lieferung einen Kredit gewährt. Deshalb dürfte die Mehrheit eine Kreditversicherung abgeschlossen haben und wir sind das "Versicherungsrisiko"; d.h. unsere Zahlungsfähigkeit steht auf dem Prüfstand.
Als Händler befinden wir uns mitten in diesem mehrstufigen System und wenn wir das Risiko von Zahlungsausfällen minimieren können, können wir besser agieren. Offene Forderungen an unsere Kunden können uns Probleme bereiten, unsere Lieferanten zu bezahlen. Diese können dann die Konditionen der Beziehung ändern, so dass uns im Extremfall die Ware zum Verkauf fehlt. Hier ist ein effizientes Forderungsmanagement, eine gute Organisation der Rechnungsstellung erforderlich, um immer genügend Liquidität zu haben. Sind wir hier gut aufgestellt, wirkt sich dies auf die Risikobewertung durch die Lieferanten bzw. deren Kreditversicherer aus. Je nach Zusammensetzung der eigenen Kundschaft kann also auch eine Kreditversicherung sehr sinnvoll sein.

Jens Ehlers
BSD-Vorstand