Kaufkraft steigt an und die Konsumbereitschaft wächst

Nicht nur die Stimmung hat sich bei Händlern und Verbrauchern in den vergangenen Monaten aufgehellt - auch die neuesten Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zur Kaufkraft zeigen, dass die Kaufkraft allgemein ansteigt. Viele sind nach den vergangenen Krisenjahren nun wieder zuversichtlicher und auch bereit zu konsumieren. Dieses Bedürfnis müssen wir als Fachhändler versuchen zu nutzen.
Eine Erkenntnis der letzten Jahre ist oftmals, dass es letztlich günstiger ist, Markenprodukte zu erwerben, die in der Anschaffung zwar oft teurer sind, dafür aber langlebiger und weniger reparaturanfällig.
Die gesamte Kaufkraft deutscher Verbraucher liegt in diesem Jahr bei mehr als 1.600 Mrd. Euro; heruntergerechnet auf die Einzelperson bei durchschnittlich rund 19.500 Euro. Dies ist viel Geld. Allerdings muss man bedenken, dass dies Nominalwerte sind, die Inflationsrate also noch nicht eingerechnet ist. Diese steigt momentan zwar an, aber dennoch haben die meisten mehr Geld zur Verfügung als noch vor Jahresfrist. Außerdem spielt der psychologische Faktor eine große Rolle: wer optimistisch in die - eigene - Zukunft blickt,
der ist auch eher bereit, Geld auszugeben, als derjenige, der ängstlich ist. Als Händler können wir hier verstärkend wirken, indem wir die positiven Emotionen unterstützen. Einkaufen soll wieder Spaß machen und nicht nur notwendig sein!
Die GfK-Studie zeigt sehr deutlich die regionalen Unterschiede in der Kaufkraft auf, so dass sie eine Hilfestellung zu Vertrieb und Marketing gibt. Wer sich in einem Gebiet mit schwacher Kaufkraft befindet, der muss andere Wege der Kundenansprache wählen, als derjenige, der in einem Bereich mit hoher Kaufkraft ist, um erfolgreich zu sein. Die Kenntnis solcher Daten vereinfacht das strategische Vorgehen.
In dieser ZHH-Information finden Sie einige interessante Ergebnisse der Kaufkraftstudie; für detaillierte Informationen den eigenen Standort betreffend können Sie die GfK kontaktieren (www.gfk-geomarketing.de). Diese speziellen Informationen sind allerdings verständlicherweise kostenpflichtig. Die Kaufkraftkarte von Deutschland bietet für eine generelle Einschätzung des Standortes aber schon einige wichtige Informationen, die wir nutzen sollten.
Abschließend möchte ich mich nach viereinhalb Jahren von Ihnen als BMK-Vorsitzender und ZHH-Präsidiumsmitglied verabschieden, da ich mich in Zukunft verstärkt anderen zeitintensiven Aufgaben - nämlich der Hilfe zur Selbsthilfe in Unternehmen der sog. Dritten Welt - widmen möchte. Die Arbeit im Verband hat mir viel Freude bereitet und ich danke für die gute Zusammenarbeit. Meinem Nachfolger Gert Bendl, einem exzellenten Branchenkenner, wünsche ich für seine Arbeit viel Erfolg und die notwendige Unterstützung aller.

Ihr
Guglielmo Mizia