Schon wieder Milliardenschäden durch „Jahrhundert-Hochwasser"


Anfang Juni wurden weite Landstriche Deutschlands durch ein „Jahrhunderthochwasser" großflächig zerstört. Dies ist nach 2002, 2006 und 2010 schon das vierte Mal, dass Teile Deutschlands durch eine Naturkatastrophe heimgesucht wurden. Es wurden fast stündlich über viele Tage immer neue Rekordwasserstände gemeldet und als Folge der immensen Belastung drohten Deiche zu brechen bzw. brachen und zerstörten auch weiter vom Fluss gelegene Ortschaften. Die Zerstörungen von öffentlichem und privatem Eigentum lassen sich nur im zweistelligen Milliarden-Euro-Bereich beziffern. Das Leid, das die dort lebenden Menschen ertragen müssen, ist schwer vorstellbar. Viele sind mit den Aufbauarbeiten nach der letzten Flut noch nicht fertig oder bezahlen noch Kredite ab. Auch eine Reihe unserer mittelständischen Fachhändlerkollegen, die häufig nicht nur den privaten, sondern auch den beruflichen Wiederaufbau in den letzten Jahren betreiben mussten, stehen nun (erneut) vor den Trümmern. Hier trifft die Zerstörung sowohl die Unternehmerfamilien als auch die Mitarbeiter mit ihren Familien. Ihnen ist die Kraft zu wünschen, wieder eine Lebensgrundlage zu schaffen! Die Welle der Hilfsbereitschaft ist phänomenal.
Die Ursachen für solche Katastrophen sind vielschichtig und sollen hier nicht thematisiert werden. Es sollte aber jeder zum Nachdenken angeregt werden - auch wer nicht in Flussnähe lebt, ist vor den Naturgewalten nicht sicher. Starkregen, Stürme, Hagel, Erdbeben, extreme Sommerhitze oder massive Schneefälle können überall auftreten und bedrohen jeden Einzelnen. Wer seine Existenz nicht aufs Spiel setzen will, muss sich über die Gefährdungslage informieren und Vorsorge treffen. Versicherungen helfen nicht immer, Eigeninitiative ist gefragt.

Karl Boos
Vorsitzender des Finanzausschusses