Entwicklung des Hartwarenhandels

 

1. Quartal verhagelt dem Hartwarenhandel das Wachstum für 2013

 

Lage im Hartwarenhandel zum 30. September 2013

Nach den ersten 9 Monaten des Jahres 2013 blickt der Hartwarenhandel auf eine bisher ernüchternde Jahresbilanz zurück. Bei einem grundsätzlich ordentlichen und zufriedenstellenden wirtschaftlichen Umfeld verharren die Erwartungen auf einem relativ niedrigen Niveau, was dem harten und langen Winter geschuldet ist. Von dieser Entwicklung ist der Produktionsverbindungshandel stärker betroffen als die Einzelhandelssegmente im Hartwareneinzelhandel. Nun ruhen die Hoffnungen auf dem Jahresendspurt.

a)Eisenwaren- und Hausrat-Einzelhandel

Der Eisenwaren- und Hausrat-Einzelhandel startete hoffnungsvoll ins Jahr 2013. Doch nach einer kurzen Erholungsphase sorgten witterungsbedingte Einflüsse dafür, dass ab Ende Januar die Entwicklung im Eisenwaren- und Hausrat-Einzelhandel sich abschwächte und erst im 2. Quartal wieder Erholungstendenzen erkennbar waren. Besonders traf es das Gartensortiment, das unter niedrigen Temperaturen und hohen Regenmengen bis zum Frühsommer litt. Aber auch die Warenbereiche Elektrowerkzeuge, Befestigungstechnik und Beschläge entwickelten sich schwächer, während die Segmente Handwerkzeuge, Eisenwaren und Hausrat relativ stabil blieben. So verbuchte der Hartwareneinzelhandel im 1. Halbjahr unterm Strich einen Umsatzrückgang von 3,3 %. In den Sommermonaten setzte sich der Aufwärtstrend fort, so dass sich die Lage weiter entspannte.
Die Sortimente des „Gedeckten Tisches“ entwickelten sich weiterhin schwach, was besonders für den Porzellan- und Besteckbereich galt. Hingegen erfreuten sich Elektro-Kleingeräte und der gesamte Grillbereich weiterhin einer regen Nachfrage, die sich im Hausrat/GPKB-Fachhandel auch zu einer Verschiebung der Sortimentsanteile hin zum Küchen- und Gartensegment niederschlug. Trotzdem reichte dieser Schub nicht aus, den Rückgang im „gedeckten Tisch“ wettzumachen, so dass der Hausrat-/GPKB-Fachhandel im 1. Halbjahr rd. 1% Umsatz verlor. Weiterhin kämpft der Fachhandel gegen die sinkende Kundenfrequenz, die nur teilweise durch einen weiter steigenden Kundenbon aufgefangen werden kann.

Eine Übersicht über die Entwicklung stellt die folgende Tabelle dar:

 

  2008   2009   2010   2011   2012  
1.Hj. 2013
  Prognose ges.2013
Hausrat-/GPK-Fachhandel -1,8%   +0,6%   +0,3%   +0,6%   -1,4%   -1,0%   +0,5%
                           
Hartwaren-handel gesamt +1,5%   +0,6%   +2,1%   +2,7%   +0,9%   -3,3%   +0,3%
                           
Einzelhandel gesamt +1,1%   -1,8%   +1,4%   +2,6%   2,8%   +1,3%   +1,0%

Quelle: ZHH, Stat. Bundesamt

 

Bis zum Jahresende sollte sich die Erholung fortsetzen. Dafür sprechen ein stabiler Arbeitsmarkt und eine ordentliche Binnenkonjunktur, die auch vom Konsumklimaindex der GFK bestätigt wird. Danach ist eine stetige Zunahme der Konsumneigung der Verbraucher zu erkennen, die auch für die kommenden Monate erwartet wird. Diese hoffnungsvollen Rahmenbedingungen sollten dazu beitragen, dass der Eisenwaren- und Hausrat-Einzelhandel bis zum Jahresende die aufgelaufenen Umsatzrückgänge aufholen kann. Dazu muss aber auch die eigene Sortimentspolitik regelmäßig hinterfragt und den sich verändernden Umsatzanteilen angepasst werden.

b) Werkzeug- und Baubeschlag-Produktionsverbindungshandel (PVH)
Auch der PVH kämpft mit den Auswirkungen des 1. Quartals, in dem witterungsbedingt ein erheblicher Umsatzrückgang zustande kam. Zweistellige Umsatzeinbrüche waren keine Seltenheit trotz guter Auftragslagen bei den Kundengruppen. Aber dort blieben viele Aufträge wegen Eis und Schnee teilweise bis Mitte April liegen, besonders im Bausektor und Teilen des Handwerks. Hinzu kamen Investitionszurückhaltung und Exportrückgange, die auch den Metallsektor trafen. Im Laufe des 2. Quartals verbesserte sich das Umfeld und führte wieder zu Umsatzsteigerungen. Doch ein kräftiger Schub, den viele erhofft hatten, blieb aus und sorgte auch in den Sommermonaten nur für eine zögerliche Verbesserung der Lage. Entsprechend zeigen interne Erhebung und Entwicklung des PVH für Werkzeuge und Beschläge folgendes Bild:

 

   2008    2009    2010    2011    2012  
1.Hj 2013
 
Prognose ges.2013
 Werkzeug  +1,8%    -11,8%    +8,8%    +8,6%    +1,5%    -2,7%    -0,5%
                           
 Baubeschlag  +2,6%    -2,9%    +6,0%    +6,6%    +0,4%    -2,4%    +0,0%
                           
Großhandel  gesamt  +3,0%    -14,8%    +11,3%    +8,2%    +0,9%    -1,3%    +0,8%

Quelle: Konjunkturerhebungen im ZHH, Stat. Bundesamt

Mehrheitlich hat der Baubeschlag-Fachhandel bislang im Jahr 2013 einen leichten Umsatzrückgang zu verzeichnen. Das 1. Halbjahr blieb witterungsbedingt deutlich unter dem Umsatzergebnis des Vorjahres. Erst seit April konnte im Bau richtig losgelegt werden. Die konjunkturelle Entwicklung zog spürbar an. Im August gab es urlaubsbedingt eine kleine Delle, da etliche Handwerksbetriebe trotz des ‚späten‘ Arbeitsbeginns in diesem Jahr Betriebsferien machten. Ab September setzte sich der konjunkturelle Aufschwung fort, aber von einer „heißen Phase“ ist nichts zu spüren. Die weitere Entwicklung bis zum Jahresende wird davon abhängen, ob am Bau durchgearbeitet werden kann. Die Konjunktur im Metallbau ist besser als im Holzbereich, dennoch kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass bei den Verarbeitern der Druck fehlt. Segmentmäßig merkt man insbesondere im Werkzeugbereich, dass die Investitionsbereitschaft bei den Verarbeitern gering ist und dies zu Umsatzrückgängen führt. Im Fenster- und Türbeschlag sind leichte Umsatzzuwächse zu verzeichnen, aber nicht in dem Maße, wie es noch zum Jahresanfang erwartet worden war. Intelligente Schließsysteme sind nach wie vor im Objektbau gefragt. Da dieser aber rückläufig ist, kann dieses Segment keine Zuwächse erzielen. Nach wie vor herrscht am Markt ein hoher Preisdruck, der die Erlöse schmälert. Dennoch ist man zuversichtlich, den Vorjahresumsatz zu erreichen, da die 2. Jahreshälfte gegen ein schwächeres Vorjahr läuft.

Der Werkzeugfachhandel verzeichnet im 1. Halbjahr einen Umsatzrückgang von 2,7%. Zu dieser Entwicklung tragen nahezu alle Warensortimente des Werkzeugfachhandels bei. So verlieren Hand- und Elektrowerkzeuge sowie Verbindungs- und Befestigungstechnik rd. 4%, Betriebseinrichtungen fast 5%. Damit dürfte die interne Prognose, die für 2013 ein leichtes Wachstum von 0,5 – 1,5% vorsah, nur schwerlich zu erreichen sein. Die vollen Auftragsbücher der Kundengruppen dürften zwar zu einer weiteren Entspannung der Lage beitragen, aber die verhaltenen Zuwachsraten der letzten Monate deuten nicht auf eine stärkere Belebung in den kommenden Monaten hin. Diese wäre aber erforderlich, um im Werkzeugfachhandel noch ein ausgeglichenes Ergebnis zu erreichen. Weiterhin wächst der Akkubereich spürbar, was durch neue Geräte und eine Verbesserung der Akkuleistung maßgeblich beeinflusst wird. Gleichzeitig werden zunehmend Spezialprodukte für bestimmte Kundengruppen angeboten, die sich im Werkzeugfachhandel einer regen Nachfrage erfreuen und für höhere Deckungsbeiträge sorgen.

Hoffnung macht die Entwicklung für 2014, wo sich die gute Auftragslage bei den Kundengruppen und die erwartete Fortsetzung des Wirtschaftswachstums auch im PVH niederschlagen sollten. Zudem werden weitere technische Verbesserungen der Markenprodukte, Innovationen, weitere Spezialprodukte und ein Wachstum im Akkubereich die Nachfrage am Markt zusätzlich ankurbeln. Auch steht dem Fachbesucher mit der Internationale Eisenwarenmesse 2014 ein guter Marktüberblick zur Verfügung, den er sich in Zeiten von knappen Zeitressourcen nicht entgehen lassen sollte. Der ZHH wird auf der Internationale Eisenwarenmesse präsent sein und mit der Ehrung der Partner des PVH 2013, dem 3. Tag des Auszubildenden sowie der 2. Verleihung des Innovationspreises „Eisen“, der in Kooperation mit der KölnMesse ausgelobt wird, die Messe aktiv begleiten.

 

Quelle:
Zentralverband Hartwarenhandel e.V. (ZHH)
Thomas Dammann (Hauptgeschäftsführer)
Eichendorffstraße 3, 40474 Düsseldorf
Postanschrift: Postfach 30 03 65, 40403 Düsseldorf
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