Energie wird zum Luxusgut 

 

Energie ist die Basis unseres modernen Lebens. Ohne Energie geht nichts. Diese Basis wird uns zusehends als Luxusgut verkauft. 

Dabei sind es nicht im Wesentlichen die Rohstoffe und die Energieerzeugung, die den Preis treiben, son­dern willkürliche Abgaben und Steuern, bei de­ren Erfindung Deutschland Weltmeister ist. Man meint, am deutschen Wesen solle die Welt genesen. Da­bei sind wir bezüglich effizientem Energieeinsatz ohnehin schon führend und brauchen uns vor dem Rest, einer zum Großteil verantwortungslos mit Um­welt und Ressourcen umgehenden Welt, wahrlich nicht zu verstecken. 

Seit vielen Jahren wird angestrebt, unabhängiger von fossilen Rohstoffen zu werden, da diese begrenzt und in Deutschland kaum vorhanden sind. Das führt zu Abhängigkeiten und Erpressbarkeit, wie jetzt bei Putins Rückfall in den Stalinschen Imperialismus. Aus Populismus und in hektischem Aktivismus hat die Regierung Merkel nach der Atomkatastrophe in Fukushima im März 2011 den überstürzten Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen. Riesiges volkswirtschaftliches Vermögen wird vernichtet, die Abhängigkeiten vergrößert und es wird auf ein bis jetzt nicht funktionierendes Durcheinander von regenerativen Energien gesetzt.

Den Preis zahlen wir (fast) alle. Der Markt wird durch einen Wust an Subventionierungen außer Kraft gesetzt. Massenhaft durch Windräder verschandelte Landschaften und Schönwettersolaranlagen machen die Wind- und Solarbarone reich und produzieren einen Zappelstrom, der uns abhängig von neuen CO2-produzierenden Standby-Kraftwerken und den Zulieferungen ausländischen Atomstroms macht. Mir ist ein von deutschen Ingenieuren betriebenes und deutschen Behörden überwachtes Kernkraftwerk lieber, als dass nun keine 100 km entfernt unsere tschechischen Freunde und Improvisationskünstler in Temelin einen weiteren Atomblock Marke Tschernobyl bauen und uns dann den Strom liefern.

Was ist der Ausweg?

Zum einen dürfen wir nicht aufhören, den Politikern den Unfug und die Untragbarkeit der Subventionierung einzelner Energiearten zu vermitteln. Machen wir ihnen klar, dass die Grenzen längst überschritten sind und fallen nicht mehr darauf herein, wenn sie uns einen geringeren Anstieg der Zwangsumlagen schon als Erfolg versuchen zu verkaufen. Zum anderen liegt es aber an uns selbst, jede Energienutzung in unseren Betrieben zu hinterfragen und auf Wirtschaftlichkeit zu prüfen. 

Im Handel geht es vor allem um Beleuchtung und Heizung. Neue Leuchtmittel, Isolierung und Wärmeerzeugung sind die Stichworte. Doch auch hier gilt: nicht alles ist ökonomisch sinnvoll. Eine Leuchtstoffröhre mit elektronischem Vorschaltgerät durch LEDs zu ersetzen rechnet sich nicht. Ein Gebäude in dicke Isolierung zu packen nur selten. Besser ist es, auf intelligente Steuerung zu setzen, die z.B. Licht nur dann einschaltet, wenn jemand in der Abteilung oder im Lager ist, und die sich helligkeitsabhängig regelt. Und im Laden müssen es auch keine 23 Grad sein, die unsere Kunden in Winterkleidung nur zum Schwitzen bringen.

Nur eine Vielzahl an großen und kleinen wohlüberlegten Maßnahmen kann uns helfen, den Kostenblock Energie einigermaßen im Griff zu halten. Wer hier auf unsere Politik hofft, wird vergebens warten.

 

Siegfried Rossmann

Vizepräsident des ZHH und Bundessprecher des FDE