Verhalten positive Entwicklung der Gesamtwirtschaft - schleppende Entwicklung der Branche 

 

Wenn ein Jahr zu Ende geht, zieht man meist Bilanz und lässt das Vergangene Revue passieren. Uns geht es in Deutschland bei einem moderaten Wirtschaftswachstum vergleichsweise gut. Entwicklungen im Umfeld, in Deutschland - z.B. Renten, Flüchtlinge -, in Europa – z.B. Brexit, Ukraine -, in der Welt – z.B. Syrien,IS -, sind Risikofaktoren und erhöhen die Unsicherheit bezüglich der wirtschaftlichen Stabilität. 

Ein Auslöser von Unsicherheit wurde beseitigt. Nach zähem Ringen haben sich Bund und Länder im Herbst nun doch auf einen Kompromiss bei der Erbschaftsteuer geeinigt, dessen Folgen es abzuwarten gilt. Firmenerben von mittelständischen Unternehmen erhalten auch zukünftig steuerliche Vergünstigungen. In den meisten Fällen werden dann auch keine Steuern zu zahlen sein, wenn der Betrieb sieben Jahre lang erhalten bleibt und keine Arbeitsplätze ab­gebaut werden. 

In unserer Branche ist die wirtschaftliche Entwicklung in vielen Bereichen schleppend, von zufriedenstellend bis unzufrieden. Ein Sorgenkind in unserer Branche war zu Beginn des Jahres der Stahlmarkt. Bedingt durch den hohen Importdruck aus China ging die Rohstahlproduktion in Deutschland im ersten Quartal 2016 weiter zurück und der schleichende Preisverfall hat sich zunehmend beschleunigt. Mittlerweile hat sich die Lage auf dem Stahlmarkt zwar etwas stabilisiert, aber Optimismus ist für das kommende Jahr trotzdem nicht angesagt.

Ein weiteres Thema, das uns immer intensiver begleiten wird, ist die Online/Offline-Thematik im mittelständischen Handel. Neben der stationären Präsenz ist die Online-Präsenz für uns Händler zu einem Muss geworden. Stellen wir uns doch selbst ins un­ternehmerische Abseits, wenn wir Online nicht nutzen. Online erhöht nachhaltig die Preistransparenz. Es wird spürbar schwieriger, auskömmliche Margen zu erwirtschaften. Verschärfend können sich Vertriebsentscheidungen von Herstellern auswirken. Die Erfahrungen von Kollegen mit Web-Shops zeigen, dass ein unternehmensindividueller Online-Auftritt der richtige Weg zu sein scheint. Ob die Teilnahme an Plattformen im Internet nachhaltig erfolgreich ist, ist noch unklar. Problematisch er­scheint die Beschickung von branchenunabhängigen Marktplätzen. Hier besteht die große Gefahr, dass branchenspezifisches Know-How unbedacht in fremde Hände fällt. Unser Wissen sollten wir dazu nutzen, uns gezielt auf Leistungen zu konzentrieren, die nicht ohne weiteres von den Online-Riesen erbracht werden können.

Zur Online-Thematik möchte ich Sie auf den 4. PVH-Kongress aufmerksam machen, der im März 2017 wieder in Köln stattfindet. Er steht diesmal unter dem Motto „Alles online oder was? – Aus Kundensicht denken“. Der Kongress bietet: Ergebnisse unserer neuen Marktuntersuchung, hochaktuelle Praxisvorträge von amazon, Berner und expert sowie interessante Fachvorträge zu Vertrieb und Strategie im Zeitalter der Digitalisierung. 

Die ZHH-Tochtergesellschaften rundeten auch in diesem Jahr wieder das Leistungsspektrum des ZHH ab – ihre Angebote werden nach wie vor rege nachgefragt. Die E/D/E-Stiftung hat in diesem Jahr mit ihren Stipendien die Arbeit des Bildungswerkes ebenfalls wieder nachhaltig unterstützt – herzlichen Dank dafür!

Bedanken möchte ich mich auch bei all meinen Kolleginnen und Kollegen, die sich ehrenamtlich in den Gremien engagieren und ihre knapp bemessene Zeit dem Verband und der Branche zur Verfügung stellen. Auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Geschäftsstelle gilt mein Dank für ihren täglichen Einsatz.

Bleibt mir nur noch, Ihnen allen, Ihren Mitarbeitern und Ihren Familien geruhsame Weihnachtstage und ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2017 zu wünschen.

 

Ihr

Dr. Paul Kellerwessel
ZHH Präsident