Nutzen wir die demographische Entwicklung, um neue Kunden zu gewinnen

Jedem ist inzwischen klar, dass ein einzigartiger Wandel stattfindet: die Bevölkerung wird immer älter und es werden immer weniger Kinder geboren. Dies wird in Zukunft zu großen Problemen führen, wenn die gesamtgesellschaftlichen Strukturen nicht verändert werden. Hier sind Reformen dringend erforderlich.

Aus der Sicht des Handels ist dieser Umbruch aber auch eine Chance: Wir können die demographische Entwicklung nicht stoppen, aber wir können sie nutzen! Unsere Kunden werden tendenziell älter und haben andere Ansprüche an das Leben. Sie schätzen das, was uns Fachhändler ohnehin kennzeichnet: Kompetenz, Service- und Beratungsqualität, Problemlösungen ... Fatal ist es, diese Bevölkerungsgruppe - zu der manchmal schon die 50-Jährigen gezählt werden - als „Alte" abzustempeln und ihnen „Seniorenprodukte" anzubieten. Wenn es uns gelingt, ein für ältere Menschen angenehmes Umfeld zu schaffen - sowohl in Bezug auf unsere Geschäftsräume als auch durch das Angebot intelligenter Produkte - erreichen wir nebenbei auch die Jungen. Vieles, was für die einen notwendig ist, ist für die anderen eine Annehmlichkeit, die gerne angenommen wird. Übersichtliche Ladengestaltung, helles, aber blendfreies Licht, größere Preisschilder, Ruhezonen, hilfsbereites, aber nicht aufdringliches Personal ... dies wissen alle zu schätzen. Der Jugendkult, dem wir so lange gehuldigt haben, hat sich überlebt. Diese damals Jugendlichen sind heute selbst sog. Best Ager. Sie sind häufig im Herzen jung geblieben und haben klare Erwartungen; außerdem verfügen sie oft über die notwendigen finanziellen Mittel, um sich ihre Wünsche zu erfüllen.

Manfred Stuwe
ZHH-Präsidiumsmitglied