Vereinfachen sich Bezahlvorgänge?

Seit vielen Jahren werden Waren nicht nur bar, sondern auch mit Karten bezahlt. Der Anteil an unbaren Zahlungen hat inzwischen mehr als 35 % im stationären Handel erreicht. Kein Händler kann es sich mehr leisten, keine Karten anzunehmen. Mindestens EC-Karten - mit PIN oder Unterschrift - sollten für die Kunden nutzbar sein.
Nun erfolgt eine Weiterentwicklung der Karten, indem sie sukzessive mit einem Funkchip ausgerüstet werden, der das kontaktlose Zahlen kleinerer Beträge ermöglichen soll. Es handelt sich hierbei um den Versuch, die schon lange vorhandene Geldkartenfunktion der EC-Karten wieder zu beleben. Diese hatte sich bei den Kunden - und im Handel - nicht durchsetzen können, da ihr praktischer Nutzen sich eigentlich nur am Zigarettenautomaten zeigte, wo ohnehin die EC-Karte zur Altersverifizierung genutzt werden muss.
Bei allen noch offenen Fragen zur Funktechnologie hat diese aber - besonders in Verbindung mit Smartphones - deutlich größere Chancen sich zu etablieren. Heutzutage hat so gut wie jeder ein Handy (immer dabei) und gerade die jüngere Generation nutzt diese Geräte als Allround-Kommunikationszentrale, mit denen man auch telefonieren kann.
Wir sollten die Testphasen, an denen sich Handelshäuser verschiedener Branchen beteiligen, gut beobachten: im Hinblick auf die Akzeptanz beim Kunden und im Hinblick auf Konsequenzen im Handel. Es stellen sich Fragen wie „Verkürzen sich tatsächlich die Bezahlvorgänge, die Wartezeiten an den Kassen? Kann Personal anders eingesetzt werden?"
Noch muss nichts entschieden werden, aber es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis diese neuen Technologien als alternative Zahlungsformen anerkannt sind und dann ist es gut, wenn wir angemessen darauf reagieren können. Sowohl im stationären als auch im Online-Handel entscheidet letztlich der Kunde, wie er bezahlt, und wer kann sich nicht an Kunden erinnern, die das Geschäft verlassen haben, als sie feststellten, dass sie nicht mit Karte bezahlen konnten?

Norbert Caesar
ZHH-Präsidiumsmitglied