Eine Bank reicht nicht!

Eine Bank reicht nicht! 

Die Finanz- und Wirtschaftskrise, die uns vor wenigen Jahren stark belastet hat, ist - zumindest in Deutschland - kaum noch zu spüren. Was wir allerdings spüren, sind Konsequenzen, die seitens des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht am 12.09.2010 gezogen wurden. Es wurden neue Kapital- und Liquiditätsvorschriften für Bankinstitute beschlossen. Seit Anfang des Jahres gelten erste Regelungen von Basel III, um zu verhindern, dass Banken ins Straucheln geraten wie seinerzeit die Investmentbank Lehman Brothers. Banken müssen nun eine Reihe von Bedingungen erfüllen; u. a. müssen sie eine höhere Eigenkapitalquote haben, um Ausfallrisiken besser abfangen zu können. Dies hat zur Folge, dass die Kreditvergabe teilweise noch restriktiver gehandhabt wird als vor einigen Jahren. Wir haben nun verschiedene Optionen. Zum einen müssen wir uns um ein gutes Rating bemühen, zum anderen müssen wir aber auch die Position unserer Bank im Bankengefüge überprüfen - und gegebenenfalls eine Beziehung zu einer weiteren Bank aufbauen. Außerdem müssen wir nach (haus-)bankenunabhängigen Finanzierungen suchen. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten - von den Förderbanken über Leasing bis hin zu Warenkreditversicherungen. Es ist ein weites und sehr unübersichtliches Gebiet, aber eine rechtzeitige Beschäftigung damit lohnt sich. Denn wenn man dringend auf Geld angewiesen ist, dann ist es umso schwieriger zu bekommen. Der alte Spruch, dass „Geld zu Geld kommt“, gilt - leider - heutzutage verstärkt. Wir müssen also dann, wenn wir gut aufgestellt sind, die Weichen für Investitionen und / oder für schwächere Perioden stellen.

   Karl Boos

   Vorsitzender des Finanzausschusses